Im Dschungel

Diesmal hat uns die Versteigerungsrunde vom Women‘s Club Costa Rica gleich zweimal in den Dschungel gebracht. Einmal in seiner natürlichen,  recht ursprünglichen Form in Selva Verde (Grüner Wald) und einmal in einer gestalteten und gepflegten Art in Vista del Valle (Blick ins Tal).

In Selva Verde hat Giovanna Holbrook, eine amerikanische Pionierin des Ökotourismus, ein Stück alten Regenwald vor der kommerziellen Nutzung durch Ananasplantagen gerettet und in eine Regenwald Lodge und Reservat mit dem angegliederten Sarapiqui Conservation Learning Institute verwandelt. Wir sehen viele junge Leute, die tagsüber Studien machen und sich abends in Vorträgen über den Regenwald informieren. Es sind Studenten aus vielen Ländern, Biologen und andere Fachrichtungen, die alles über und im Regenwald lernen wollen.

Die Anfahrt gestaltet sich mehr abenteuerlich als erwartet. In Google-Maps haben wir die Route ausgesucht, hinwärts westlich und rückwarts östlich um den Nationalpark Braulio Carrilloherum, beides fast genauso weit. Also programmieren wir das Navi und los geht‘s. Nach einer Stunde will uns das Navi immer noch ausschließlich östlich leiten, wir bleiben hartnäckig auf der westlichen Route. In einem Restaurant trinken wir nach 1.5h einen Kaffe und fragen mal, ob wir richtig sind. Ja, ja, alles richtig. Ticos geben keine ablehnenden Antworten, das wäre unfreundlich, kein pura vida. Naja, wir bleiben auf der Route. Inzwischen experimentieren wir mit dem Navi, dort gibt es die Route und wenn wir den nächsten Ort programmieren, ist alles ok. Wenn wir allerdings den Zielort programmieren, leitet es uns die ganze Strecke zurück und dann anders herum um den Nationalpark. Was kann das bedeuten? Naja, wir haben ein SUV mit Allrad, wir sind schon öfters Straßen ohne Belag gefahren, was soll schon passieren. Nachdem der Tank bald leer ist, sind wir dann doch froh, auch eine Tankstelle zu finden. Es wird zwar keine Kreditkarte akzeptiert, aber wir haben ja Bares – zumindest reicht es zum Tanken.

Wir winden uns durch den Regenwald

Die Straße wird enger, stellenweise besteht sie aus aufgeschüttetem Schotter am Hang, so wie wenn ein Stück Straße verschwunden wäre und nun aufgefüllt wurde. Nachdem uns Lastwagen und Busse entgegen kamen, blieben wir zuversichtlich. Und mit Erfolg, anstatt 2 Stunden haben wir 5 gebraucht und sind durch wunderschönen Wald im Nebel gefahren. Kurz vor Einbruch der Nacht erreichen wir bei strömendem Regen Selva Verde. Kaum sind wir in der Rezeption, kracht ein Blitz mit ohrenbetäubendem Lärm in den nächsten Baum direkt hinter uns. Des Rätsels Lösung erfahren wir dann am Montag in der Firma: Bei einem größeren Erdbeben vor 3 Jahren wurde die Straße stark zerstört und war unpassierbar. Wahrscheinlich ist dies der „Wissensstand“ des Navi.

Die Bungalows stehen auf Stelzen, wir wissen nicht, ob das wegen des nahen Flusses ist oder um den Wald zu schonen. Die Verbindungswege führen durch den Wald, links und rechts ist alles voll exotischer Pflanzen und Tiere. Der Swimmingpool ist umrahmt von hohen Bäumen, in denen eine Affenfamilie lautstark diskutiert. Das Restaurant öffnet sich zum Fluss und bietet später einen Blick in tiefschwarze Nacht voller Geräusche.

Guten Abend im Restaurant

Eine Kröte kommt aus dem Dunkel und geht zwischen den Tischen spazieren.

 

Am folgenden Tag geht es in Puerto Viejo (diesen Namen tragen sicher 10 Orte in Costa Rica!) auf den Sarapiqui. Wieder schippern wir auf dem Wasser duch den Regenwald mit reicher Fauna und Flora. Die

In 30m Höhe

Perfekt getarnt - Fledermäuse

Leguane sitzen hoch oben in den Bäumen und fressen Blätter, Kaimane, Schildkröten, Echsen und Vögel säumen das Ufer. Die Fledermäuse tarnen sich so gut, dass wir sie trotz aller Erklärungen erst nach vielen Minuten sehen.

Nachmittags geht’s an Ananasplantagen vorbei zur Kakao-Tour. Dazu werden wir mit Gummistiefeln ausgrüstet (wegen der Schlangen, 3 cm große „Schiess“-Ameisen und anderen netten Tieren) und müssen auf einer Hängebrücke den Fluß überqueren. Wir werden mit einer perfekten Reise durch die Entdeckung und Herstellung des Kakao  und der Schokolade belohnt: Von der Blüte bis zum Stück Schokolade durchlaufen wir alle Schritte der traditionellen Herstellung in Varianten, jeden Schritt probieren wir und machen es zum Teil selbst.

Von der Frucht bis zur genussreichen Bohne

Bevor wir uns auf die Heimreise machen, wandern wir morgens in aller Frühe mit dem Führer durch den Wald und Garten, um die Vögel zu sehen. Eine bunte Welt voller Überraschungen.

Liebt den Regen

Leuchtet im Regen

Trochnet sich vom Regen

 

 

 

 

Vista del Valle dagegen ist ein gestaltetes Stück Regenwald am Rand des Tales, 150m über dem Rio Colorado.

Vista del Valle

In den siebziger Jahren kam das Gründerpaar mit dem Peace Corps nach Costa Rica und erfüllt sich seitdem den Traum vom umweltverträglichen Wohnen. Sie kauften eine Wiese und daraus wurde eine Sammlung von im Regenwald versteckten Bungalows als ökologische Hotelanlage. Sie beschäftigen die Bauern der Umgebung, kochen das lokale Obst und Gemüseangebot und unterstützen die Entwicklung des Landes. Wir haben einen Bungalow mit einer Dusche im Freien (only god and the monkeys can see you) und nachts leuchten die „Fireflys“.

Hoch zu Ross

Voller Mut lädt  Dagmar mich zum Ausreiten ein – nach 40 Jahren sitzen wir wieder auf einem Pferd! Zwei Stunden gehen wir hoch zu Ross durch

Ich darf nur ROTE Beeren ernten – die Grünen müssen dranbleiben

Kaffeeplantagen und genießen den Überblick. Das Laufen danach ist uns nicht so leicht gefallen.

Sonntags gibt es gelegentlich Jazz zum Brunch – und das ist nur eine dreiviertel Stunde von uns weg. Wir kommen wieder.

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5 Kommentare zu Im Dschungel

  1. Ingeborg sagt:

    Wunderbar, was Ihr wieder so alles erleben durftet…grandios!
    Wenn Ihr weiterhin so tolle Berichte verfasst…wundert Euch nicht, wenn wir tatsaechlich mal vor der Haustuere stehen!!
    Macht Euch die Feuchtigkeit nicht zu schaffen..und was macht Dagmars Guertelrose??alles wieder im gruenen Bereich??
    Liebes Drueckerle fuer Euch zwei von Eurer Ingeborg..aus Malaysia…

  2. Rita Wörner sagt:

    Danke für Euren faszinierenden Abenteuerbericht.
    Am liebsten würde ich schon gleich die Koffer packen….

    Ganz liebe Grüße
    Rita

  3. Gise Renz sagt:

    Es ist immer wieder wunderbar euer Leben mit so wunderbaren Berichten und Bilder zu verfolgen.
    Liebe Grüße aus dem verregneten kalten Entringen

  4. Bernhard Hofmann sagt:

    Liebe Dagmar, lieber Gerd
    Euer neuer Artikel über den Dschungel ergänzt mein Wissen.
    Bisher wußte ich vom „Dschungelbuch“ als Jugendbuch und als Walt-Disney-Film, ferner vom „Dschungelcamp“ des Senders RTL und vom Kindergedicht: Im Dschungel. (Aus Letzterem zitiere ich: Im Dschungel, unterm Blätterdach, / da werden alle Äffchen wach. / Sie toben und sie necken sich, / Bananen gibt es immer frisch.)
    Herzliche Grüße und alles Gute weiterhin!
    Bernhard

  5. Greta und Fritzi sagt:

    Ihr Lieben,
    ihr seid zu beneiden, was ihr alles erleben dürft! Wunderbare Flora und Fauna! Es ist schon einzigartig, was es alles für Tiere und Pflanzen gibt! Der Jeansfrosch z. B. ! Macht weiter so und laßt es Euch gut gehen.:-)
    Dir, lieber Gerd, trotz Trennung von Dagmar, eine angenehme Zeit in Indien und Dir, liebes Schwesterherz , eine erlebnisreiche Woche in der Tico-Familie. Alles Liebe, dickes Bussi
    Eure Greta und Fritzi

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