Nicaragua – unser Nachbar im Norden

Katia

Ein Drittel der Einwohner Costa Ricas kommt aus Nicaragua. In der Regel sind sie die Ärmeren und verrichten hier die einfache Arbeiten: Hausangestellte, Bauarbeiter, Taxifahrer. Es ist leicht, in Costa Rica zu arbeiten: Alle 3 Monate verlässt man das Land für mindestens 3 Tage und das Visum startet von vorn. Viele leben und arbeiten so seit vielen Jahren. Auch Katia, unsere „Maid“, kommt aus Nicaragua. Nun erzählte sie uns neulich voll Stolz, dass sie eingebürgert ist. Das hat sie viel Zeit und Geld gekostet.

Arenal und Blick Richtung Nicaragua

Wir fliegen mit der lokalen NatureAir im Direktflug nach Managua. Die kleinen Maschinen fliegen nur 3 000 m hoch und die Sicht ist fantastisch. Wir haben Glück mit dem Wetter und können dem Arenal in den Krater schauen. Uns erwartet ein schönes Wochenende auf einer kleinen Insel im Nicaraguasee.

Jicaro Island

Am Nordende des Sees, gleich neben Granada, hat der Vulkan Mombacho bei einem Ausbruch  vor 20 000 Jahren 365 Inselchen – Las Isletas – in den See gespuckt. Um als Insel zu zählen, muss so ein Fleckchen Land mindestens 1 000 m^2 aufweisen. Unser Hotel Jicaro Island ist vom lokalen Architekten Matthew Falkiner genial in die Natur integriert.

Las Isletas

Auf den Isletas wohnen einfache Familien, auf der nächsten Insel reiche Nicaraguaner, die ihr Wochenende hier verbringen. Mit dem

Seerosen

Kajak gleiten wir durch Seerosen an den Villen und Behausungen vorbei, die Sonne brennt. Nach drei Stunden haben wir die Orientierung verloren, die Strömung spielt mit uns und wir müssen uns von Insel zu Insel zum Hotel durchfragen.

Auf dem Mombacho

Mit dem Landrover „besteigen“ wir den Mombacho. Das Naturreservat beherbergt eine reiche Fauna und Flora. Vom Osthang genießen wir den Ausblick auf den See, Granada und die Isletas.

Die bunte Stadt

Granada ist die touristische Perle des Landes. Eine gut erhaltene koloniale Stadt mit bunten Häusern. Die Stadt ist durch die Handelsroute über den Nicaraguasee reich geworden. Auch heute regt der See noch zu Träumen an: Die Regierung spekuliert mit einer Alternative zum Panamakanal – dem Nicaraguakanal. Dies ist eine Ursache für den Grenzkonflikt mit Costa Rica. Ernesto Cardenal, Kulturminister und Befreiungstheologe, stammt aus dieser Stadt.

Auf Wiedersehen

Unsere kurze Stippvisite hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. In Granada und Umgebung fühlen wir uns wohl, die Menschen sind freundlich und deutlich ärmer als in Costa Rica. Der Bürgerkrieg liegt lange zurück und spielt hier keine Rolle mehr, er spukt aber in unseren europäischen Köpfen herum. Die Iran-Contra-Affäre ist uns auch in Quepos, im Restaurant El Avion  begegnet. Die Fahrt zum Flughafen in Managua zeigt uns die andere Seite des Landes. Es wird ärmlicher und zerfallener, die Blechhütten schrecken ab. Die Stadt hat sich vom Erdbeben 1972 nicht erholt.

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2 Kommentare zu Nicaragua – unser Nachbar im Norden

  1. Anke und Friedhelm sagt:

    Hallo Ihr Lieben. Das waren sicher atemberaubende Bilder aus dem Flugzeug, und die Tour mit dem Kanu, sicherlich anstrengend und landschaftlich toll. Schön, daß Ihr Eure „letzten Wochen“ noch genießt. Alles Liebe Euch.
    Bussi Anke und Friedhelm

  2. Ingeborg Epple sagt:

    heute kam auch ich dazu, den tollen Bericht zu studieren…(Ihr kennt das ja..BESUCH!)..wirklich toll, was Ihr da so alles erlebt und auch wie Ihr alles ausarbeitet..Habt noch viel Interessantes vor in den letzten Wochen…und geniesst alles in vollen Zuegen! …freu mich sehr darauf, was noch alles so kommt 🙂

    Lasst Euch druecken, Eure Ingeborg (Strohwitwe – W—^USA)

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