Die Regenzeit hat begonnen

Erst war es nur mal ein Regen, dann kamen mehr und nun, nach 2 Wochen, ist es schon soweit:  Morgens sonnig, gegen Mittag trübt es ein, irgendwann zwischen 14:00 – 16:00 schüttet es und danach verzieht sich alles wieder. So sehen wir von unserem Ausguck tolle Wolkenbilder und manchmal nur grau – die Stadt, der Vulkan – alles weg. Die Temperatur hat sich nicht geändert, es ist weiterhin angenehm warm und wir laufen in kurzen Hosen rum. Für die Ticos fängt nun der Winter an, der Pool ist zu kalt und nur die Europäer gehen da rein. In den Shoppingcentern werden Strickjacken und dicke Stiefel verkauft.

Am Freitag haben wir den Abstieg ins Tal zu Fuß gemacht – kaum 25 Minuten. Einen Kaffee beim Deutschen trinken und richtiges Brot essen. Dann kam der Regen, wie aus Eimern schüttet es, und die Straßen werden zu Bächen. Wir hangeln uns unter den Dächern entlang und erledigen die Einkäufe. Nach einer halben Stunde schien der Spuk vorbei und wir machen uns auf den Rückweg. Tja, ganz war der Spuk nicht vorbei und zur Freude der Bewacher und Anwohner kamen wir klatschnass nach 40 Minuten wieder oben an – ein wunderbarer Sommerregen.

Aber warum standen die Bewohner vor dem Haus? Nein, nicht um uns zu empfangen, sondern weil ein Erdbeben am Haus gerüttelt hat – immerhin Stärke 6. Beim Laufen im strömenden Regen hatten wir nur ein merkwürdiges Geräusch – wie wenn ein Riesenlaster groben Schotter ablädt – gehört. Hier zum Nachsehen: http://www.iris.edu/seismon/. Dies hat den SWR zu der Meldung „Starkes Erdbeben in San Jose, Costa Rica, Berichte über Tote und Verletzte liegen noch nicht vor“ nachts um 04:00 veranlasst. Hier ist so gut wie nichts passiert, obwohl Grecia – das Zentrum des Bebens – in Sichtweite liegt. Auch sonst sind uns keine wesentlichen Schäden in Costa Rica bekannt geworden. Bei uns hing ein Bild schief, bei den Nachbarn ist ein Bild aus dem Regal gefallen und zerbrochen.

Grecia liegt am Fuss des Vulkans Poás, einer unserer letzten Ausflüge. Das Städtchen war schon öfter von Erdbeben betroffen und so wurde Ende des 19ten Jahrhunderts eine Kirche aus Eisen beschafft. Ich vermute die rote Farbe kommt vom Rostschutz, sie sieht genauso aus wie die Golden Gate Bridge in San Franzisco.

Eisenkriche in Grecia

Der Poás präsentiert sich von unserem Balkon aus mit einem kleinen weissen Wölkchen und lockt uns zum Ausflug.

Der Poás

Die Höhe hier (1 000 m am Fuss) in Verbindung mit dem vulkanischen Boden ist der ideale Platz für den Costa Rica Kaffee. Er werden sogar unterschiedliche Sorten Poás-Kaffee im Laden angeboten, vom Fuss, der Mitte und Höhenlage. Ich schmecke den Unterschied bisher noch nicht. Karim, ein Bekannter, hat eine Farm am Berg, dort werden wir ihn bald mal besuchen.

Hier wächst der Poás Kaffee

Die Hänge werden auch für den Obstanbau und Blumenzucht genutzt. Die Bauern verkaufen ihre Produkte dann an der Straße – Erbeeren, Passionsfrüchte, ….

Frisches Obst vom Erzeuger

Im Krater wabbern die Wolken, es ist nicht immer zu erkennen, welche aus dem Boden kommen und welche der Wind vom Atlantik herüber treibt.

Wolken von innen und außen wabbern im Krater

Alles ist hier oben – in 2 500 m Höhe – vom Dschungel umgeben. Unglaublich, wenn man das mit Deutschland vergleicht. Der alte Kratersee ist noch sehr sauer und es gibt kein Leben in ihm.

Kratersee Botos

Auf kleinen Bergstraßen in den Wolken tasten wir uns vorwärts rund um den Poás. Die Cascade de Toro, ein Wasserfall, fällt in einem alten Krater 100 m in die Tiefe. Die Szenerie erinnert an den Film  Jurassik Park. Es fehlen nur noch die Flugsaurier.

Es fehlen nur noch die Saurier

Riesige Blätter – der Regenschirm des armen Mannes – wachsen an den Hängen in der feuchten Luft. 423 Stufen führen uns in die Tiefe. Wir sehen exotische Blumen und Kolibris.

Der Regenschirm des armen Mannes

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7 Kommentare zu Die Regenzeit hat begonnen

  1. Gut, dass euch beim Erdbeben nichts passiert ist! Manche Bilder wirken etwas flau und machen dabei wirklich den Eindruck als ob viel Luftfeuchtigkeit da wäre. 🙂

  2. ingeborg sagt:

    …Toll diese Natur bei Euch..wieder anders als bei uns…und Ihr beide seht bestens aus…Sind sehr froh, daß Euch nichts passiert habt..und Ihr nur „Schotter“ gehört, aber keinen gesehen habt!..Laßts Euch weiterhin gut gehen…erforscht alles…falls wir mal kommen sollten, habt Ihr schon alles vorgetestet.. 😉 Drück Euch feste, Ingeborg

  3. Andrea Grimm sagt:

    Ja, die Nachricht kam im SWR auch am nächsten Morgen, schön zu wissen, dass es bei dem Erdbeben keine wirklichen Schäden gab. Hier ist alles wie immer. Danke für Eure Berichte, liebe Grüsse, Andrea

  4. Thomas sagt:

    Wow, schöne Landschaften sind das!

    Was kostet denn der Kaffee in Costa Rica?

  5. Gerd Müller sagt:

    Etwa wie in Deutschland. Generell sind die Lebenshaltungskosten hier nicht niedriger.

  6. Fabi sagt:

    Wie? Ihr habt nichts von dem Erdbeben mitbekommen? 😉

  7. Eva Möller sagt:

    Hallo ihr beiden,
    gut dass es euch nicht durchgerüttelt hat. Wir hatten doch vor fünf Jahren mal ein kleines Beben mit Epizentrum in Ehningen. Das war mitten in der Nacht und es gab einen fürchterlichen Knall dazu. Wir dachten ein Elefant sei übers Bett gesprungen. Aber es ist schon erstaunlich dass es keine Schäden bei euch gegeben hat. In Spanien werden bei deutlich schwächeren Beben auf diese Art und Weise alte Gemäuer entsorgt.
    In den Nachrichten sieht das dann natürlich auch immer ganz spektakulär aus.
    Liebe Dagmar, lieber Gerd,..eure Reiseberichte lesen sich wirklich toll und so langsam kommen wir ins grübeln ob wir es fertig bringen würden auh für unser näheres Umfeld solch interessante Berichte zu verfassen. Vielleicht sollten wir mal einen Heimat und Pflanzenkundekurs belegen. Die aus der 3. Klasse sind ja auch schon lange her.
    Na, auf jeden Fall beobachten auch wir derzeit ständig den Himmel auf der Suche nach ergibeigen Regenwolken. Solche Schauer wie bei euch könnten wir derzeit gut gebrauchen. Die Böden rund um Entringen weisen alle schon Risse auf und seit vielen Wochen hat es nicht mehr nenneswert geregnet und auch für diese Woche ist
    kein Niederschlag in Sicht.
    Heute Abend kriegen wir skipe!!!

    Liebe Grüße

    Eva und Berthold

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