Ja, eigentlich …

Ja, eigentlich wollten wir dieses Wochenende nach Monteverde fahren, aber es kam anders. Es fing mit ein paar Mückenstichen an und nun wissen wir, dass Dagmar Herpes Zoster (Gürtelrose) hat. Der Stress der letzten Wochen, ein Anschlussprojekt ab Juli zu finden, vielleicht auch ein bisschen zu viel Sonne oder Sport hat ihn zum Ausbruch gebracht. Jetzt ist erst mal Ruhe  angesagt.

So sammeln wir Erfahrung mit dem hiesigen Gesundheitssystem. Als erstes geht man in eine Apotheke und holt sich Rat. Jede Apotheke hat einen professionellen Apotheker, der auf Nachfrage aus dem Hintergrund kommt und sich die Beschwerden anhört und ansieht. Mit ein bisschen Glück findet man einen, der Englisch spricht. Bei allen Fortschritten in Dagmar’s Spanisch – das ist zu spezifisch. Der Apotheker entscheidet dann, ob er ein Medikament verkauft oder ob er sich nicht sicher ist und empfiehlt, ins Krankenhaus zu gehen. Oder auch beides, Umsatz ist Umsatz.

Da die „Mückenstiche“ etwas seltsam sind, unser Spanischlehrer hat auch über Spinnenbisse und „spider pee“ philosophiert, nehmen wir den Rat an und gehen ins Krankenhaus. CIMA gilt als das beste Krankenhaus in Mittelamerika, da zahlt es sich aus, dass wir in einer noblen Gegend wohnen. Von uns aus sind es nur 6 km. Es gibt einen „Gesundheitstourismus“ von den USA, mit dem das Krankenhaus wirbt: „CIMA Hospital has inexpensive health care waiting for you!“. 15% der Patienten fallen in diese Kategorie. Auf der Webseite gibt es dann auch gleich eine Preisliste – 750$ für eine Geburt.

So ist denn auch unsere erste Tat, einen „Blankoscheck“ per Kreditkarte auszufüllen, sonst geht hier nichts. Dafür wird Englisch gesprochen. Nach ein paar Minuten kommt eine Schwester und macht die erste Besichtigung (Triage). Sie ruft danach den Dermatologen an und nach 10 Minuten ist die Ärztin da –  abends um 21:00! Wir sind beeindruckt. Die junge, energiereiche Frau geht auf uns sehr freundlich und bestimmt ein, die Diagnose ist schnell gestellt. Die Therapie ist genauso schnell klar und die Apotheke ist im Haus. Sie hat wohl in den USA studiert, ihr Mann ist auch Dermatologe und sie haben eine Tochter. So schnell ist man im Gespräch, beim Vornamen (Daní) und die email Adressen werden für Rückfragen ausgetauscht. Schon dadurch fühlt man sich gesünder! Das Ärztepaar betreibt auf dem Gelände der CIMA ihre Gemeinschaftspraxis, wo ich am folgenden Tag dann die Krankmeldung abhole. Mal sehen wie es nächste Woche weitergeht, Dagmar hat am Freitag den Nachfolgetermin bei ihrem Mann, da Daní dann gerade in den USA ist, fast schon Jobsharing.

So bleibt dieses Wochenende denn auch Zeit, um über unseren letzten Ausflug nach Tamarindo zu berichten. Es liegt im Nordwesten des Landes am Pazifik und hat die schönsten Strände. Die Anfahrt dauert und dauert und bietet schöne Aussichten in viele verschiedene Landschaften.

Pazifik und der Golf von Nicoya

Nach über 6 Stunden kommen wir an und finden in der Nacht das unauffällige, kleine, aber feine Hotel Flores. Dagmar hat es im Internet gefunden, eine Oase und ein wahres Schnäppchen. Die Italienerin vermietet 7 Zimmer in einer gepflegten alten Villa mit Pool, dschungelartigem Grün und Affen in den Bäumen.

Die Sonne brennt bei 39° und jedes Nichtstun führt zum Schweissausbruch. Da brauchen wir erst mal einen soliden Sonnenschutz. Das kleine, ehemalige Fischerdorf ist schnell erkundet und wir genießen den Abend unter Palmen mit Meeresrauschen und gegrilltem Fisch.

Die Sonne brennt - wir sind gewappnet

Die Einheimischen haben uns verraten, welches ihr Lieblingsstrand ist. Die Anfahrskizze ist für uns Deutsche mehrdeutig, gut dass wir Allrad haben, und so enden wir nach einer dreiviertel Stunde aus der anderen Richtung wieder vor unserem Hotel! Im zweiten Anlauf klappt es dann und wir finden einen der wirklichen Traumstrände – Avellanas.

Pura Vida

Keine Bauten, alles Natur. Die Kneipe „Lola’s“ versteck sich in den Palmen, hier ist wirklich „pura vida“ angesagt. Wir genießen den Nachmittag am Strand, im Wasser, beobachten die Surfer und warten dann auf den Sonnenuntergang. Dieser Ort ist eine Reise wert.

Die tropische Nacht kommt

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3 Kommentare zu Ja, eigentlich …

  1. Lieber Gerd,
    es ist schön zu wissen, daß Dagmar bei Dir in guten Händen ist und Du Dich so rührend um sie kümmerst und ihr gleich ins Krankenhaus gefahren seid. Es ist für uns sehr beruhigend, daß Ihr dort gut aufgenommen wurdet und Hilfe gefunden habt. Die letzten Wochen waren sicherlich sehr anstrengend und streßig und das geht oft nicht spurlos an einem vorüber. Bestelle Dagmerr bitte ganz ganz liebe Grüße und gute Besserung und wir drücken die Daumen, daß sie bald wieder gesund wird. Bitte halte uns auf dem Laufenden. Übrigens, Dein Bericht ist wieder klasse. Nochmals liebe Grüße, dicke Umarmung und Bussi von Anke und Friedhelm

  2. Johannes sagt:

    Hallo Gerd,
    danke für deine informativen Berichte. Es ist schön, so ein wenig an eurem Leben teilnehmen zu dürfen. Dir, Dagmar, drücke ich die Daumen, daß du bald wieder gesund wirst.

    Schöne Grüße,
    Johannes

  3. conny u petra sagt:

    die bilder sind ja wieder ganz hübsch, aber wir vermissen ein bild von dagmar m i t zoster.
    alles gute u: besprechen, dh püstern hilft immer noch am besten. eine kräuterhexe müsste sich doch in der region finden lassen. sch..medizin
    herzlichst petra u conny
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