Adíos, Costa Rica, hallo, Deutschland!

Was hat uns am besten gefallen in Costa Rica, was hat uns am meisten beeindruckt?

Man feiert zusammen

Für Gerd ist es die grundsätzliche positive Lebenseinstellung, die man überall hier im Land spürt. Und die Gelassenheit und Ruhe, mit der die Ticos Stück für Stück die Dinge voranbringen. Auch wenn das Tempo anders ist als in Deutschland, nach 1,5 Jahren sieht man doch Vieles, was sich weiterentwickelt hat.

Die offene Herzlichkeit der Menschen, insbesondere von denen, die von uns eher als ärmlich wahrgenommen werden, deren Zufriedenheit mit ihrem Leben, ihre Dankbarkeit und ihr Gottvertrauen, ihr uneingeschränktes gegenseitiges Respektieren, das hat mich bewegt und uns immer wieder in vielen Gesprächen beschäftigt.

Wenn man den Costa Ricanern mit Respekt und Interesse an ihrem Leben begegnet, öffnen sie ihre Häuser und ihre Herzen. Sie teilen ihr Essen und was auf ihrem Stückchen Land wächst ebenso wie ihre Lebensphilosophie : „freue Dich über das, was Du hast –erfreue dich an deiner Familie, an deinen Lieben, und sei dankbar, wenn alle gesund sind“. „— para compartir..“ „… zum Teilen ..“ hat mich besonders angesprochen, es ist immer genug für alle da 🙂

Zuckerrohr

„Wenn mein Bruder keine Arbeit hat“, sagte uns Melvin, ein Guide in Monteverde,  „dann kommt er zu mir und bekommt was zu essen. Und dann gebe ich ihm noch Bananen, Platanos, Eier, Gemüse und das, was er brauchen kann, aus unserem Garten für seine Familie. Irgendwann hat er dann wieder Arbeit. Wenn er Zeit hat, hilft er mir, mein Haus weiterzubauen. Wir sind alle füreinander da, die ganze Großfamilie (dazu gehören in Costa Rica alle Verwandten 1., 2. und 3.Grades), wir helfen uns gegenseitig und so geht es uns gut und wir sind dankbar dafür.“

Nie haben wir gehört, dass sich irgendjemand beschwert hat, selbst wenn derjenige kein einziges T-shirt ohne Löcher besaß. Sie tragen das, was sie haben, mit Stolz und jeder zeigt dem anderen persönliche Wertschätzung. Bemitleiden, wie wir es kennen, ließe Wertschätzung dem anderen gegenüber vermissen, es gibt kein Jammern, Meckern oder Lamentieren. Wenn etwas nicht geklappt hat, schaut niemand zurück und fragt, warum. Also braucht auch niemand hier Ausreden zu erfinden und gar zu schwindeln. Man schaut gemeinsam nach vorne und verabredet sich neu, wie es weitergeht. Und irgendwann geht es ja weiter. Missmut oder Neid auf das, was der andere hat und man selber nicht, derartige Gefühle sind uns in den Familien, die wir besucht haben, nicht begegnet. Vielleicht ist es alles das, was Costa Rica zu dem glücklichsten Land der Welt macht : Zufriedenheit, Gelassenheit, Familie, Freunde, friedliches Miteinander, Arbeit, Natur, gegenseitige Wertschätzung und Glaube.

Und es gibt, insbesondere in San José, große Kontraste zwischen arm und reich, Drogenprobleme und damit auch Kriminalität. Die Häuser tragen viel Stacheldraht, oft auch als Statussymbol.

Kontraste in Panama

In den 18 Monaten Costa Rica Abenteuer haben wir in den sechs lateinamerikanischen Ländern (Costa Rica, Mexiko, Kuba, Nicaragua, Guatemala, Panama) große Unterschiede zwischen arm und reich gesehen und auch zum Teil miterleben können. Je ärmer die Menschen waren, desto mehr spontanen Besuch bekamen sie, desto mehr wurde geteilt, was sie hatten. Sei es Essen, getragene Kleider, Haribos oder deutsche Schokolade, die wir oder unsere Besucher mitgebracht haben.

Ohrschmuck!

Die aufstrebenden und auch reichen Familien haben wir in ihrer Lebensweise oft als übertrieben wahrgenommen. Geburtstagsfeiern für ein einjähriges Kind mit 80 Leuten und Clown –  Programm. Unendliche Fülle von Spielzeug und spezielle Beauty -Salons für die kleinsten Mädchen. Schönheit und Schmuck sind Trumpf für die Frauen, schon nach der Geburt und vor der Entlassung von Mutter und Kind aus dem Krankenhaus bekommen die Mädchen Ohrlöcher gepiekst und ihren ersten goldenen Ohrstecker. Und die Väter schmelzen dahin….

Schönheitssalon in der kleinsten Hütte

Kein Wunder also, dass es in Costa Rica an jeder Ecke einen Schönheitssalon gibt (die Durchschnitts-Costa Ricanerin geht 2x pro Woche in ihren Salon) und dass selbst die Ärmsten künstlerisch bemalte Fußnägel haben.

Dagegen erscheinen uns die Jungen und Männer in ihrem Verhalten doch ein wenig macho-artig und so habe ich Gerd immer unseren Vermieter anrufen lassen, wenn irgendwas kaputt war und wir einen Handwerker brauchten, das klappte dann viel schneller.

Die andere Seite ist, dass es viele sehr junge Mütter gibt. Ich habe mir abgewöhnt zu fragen, ob das die Schwester oder der Bruder sei, nachdem es dann immer das eigene Kind war. Junge Mütter mit 14 Jahren sind keine Seltenheit.  Die jungen Väter müssen Unterhalt zahlen oder aber deren Eltern, wenn die Väter noch minderjährig sind. Mit 18 müssen sie dann selbst zahlen oder sie dürfen ins Gefängnis gehen. Die Gesetze haben sich geändert. Vieles ist zu Gunsten der Mütter und zum Schutz der Kinder geregelt und so befinden wir uns nun in einer Zeit, wo die Männer sich nicht mehr binden wollen und die Frauen selbstbewusster und anspruchsvoller werden. Aufklärung in den Schulen und in der Öffentlickeit wird immer mehr sichtbar, es gibt ein neues Großplakat in San José mit einer jungen Frau, die ein Kondom in der Hand hält und sagt „… ich habe keine Lust, die Nacht mit einer Frau zu verbringen.“  Na ja, bei uns würde das sofort andere Widerstände auslösen…

Obst und Gemüse an der Strasse

Heute haben wir zum Frühstück noch einmal die köstlichen Früchte genossen, Ananas, Mangos, Melone, Papaya (die schmecken gerade zuckersüß) und auch die Vielfalt aller Gemüse- und kartoffelartigen Sorten haben uns begeistert (ich bin ein absoluter Yuca/ Maniok Fan geworden). Allerdings ist Vieles frittiert und es gibt jede Menge salsas (Soßen), und so bringen wir nicht nur viele Erinnerungen mit nach Hause, sondern auch ein paar Pfunde zu viel, die wir wieder abspecken wollen. Aber das wird sich sortieren, denn unsere Vorfreude auf Waldläufe und Abendspaziergänge (die hier aus Sicherheitsgründen nicht möglich sind) ist riesengroß.

Luftballons, Stifte für alle

Wir konnten aber auch die Costa Ricaner begeistern, Gerd mit Fleischküchle und deutschem Kartoffelsalat, ich mit Mohnkuchen und Hunderten von Muffins (recht wenig süß für den hiesigen Geschmack). Und natürlich haben wir im Laufe der Monate mehr als Tausend Luftballons verteilt, hier freuen sich Kinder noch mit 14 Jahren über Bleistifte und Luftballons.

Leben in Costa Rica bedeutet auch bis zu 100% Luftfeuchtigkeit. Wenn man einmal festgestellt hat, dass die eigenen Kleider verschimmeln, zieht man das Leben mit einem Luftentfeuchter, der Tag und Nacht läuft, vor. Elektronik zu beschaffen, ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, und doch ist man fast überall verbunden, selbst im Regenwald. Der Strom fällt immer wieder ein paar Minuten aus, zuweilen ist auch das Internet weg, weil es regnet, weil es windet, weil es nicht regnet…. dann geht man eben zum nächsten Italiener und arbeitet da. Das ist kein Problem und man muss auch nichts bestellen, die Kellner lassen einen immer in Ruhe arbeiten und zeigen einem die Tische, die nebendran eine Steckdose haben.

Wie knackt man eine Kokosnuss?

Unsere große Freude waren all unsere Besucher, 30 an der Zahl, gleichaltrige Freunde, Kinder und Enke

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8 Kommentare zu Adíos, Costa Rica, hallo, Deutschland!

  1. Wolfgang und Bärbel sagt:

    Ihr Lieben,
    das war eine schöne Zusammenfassung, man merkt, wie sehr ihr euch mit diesem Land angefreundet habt. Buen viaje, have a good and safe trip, willkommen zurück! Auch hier ist es schön – nur anders.
    Wolfgang und Bärbel

  2. Genau so, nur nicht ganz so lange, konnten wir Costa Rica bei euch auch erleben! Vielen Dank, dass ihr uns am Abenteuer habt teilhaben lassen!

    Jetzt freuen wir uns aber auf die Rückkehr!

  3. Fabian sagt:

    Hallo ihr Beiden!
    Vielen Dank nochmals für die schönen Tage in CR mit euch. Dieses Land hat mich fasziniert, die *****+ Unterbringung war ein Traum! Kulinarisch, Landschaftlich, menschlich! Ich denke sehr, sehr gerne an diese wundervolle Zeit zurück und flüchte so schon dann und wann aus den Fängen meiner DA. 🙂

    Happy Landings euch!

    LG und Pura Vida!
    Fabi

  4. Ingeborg sagt:

    Wir freuen uns von Herzen auf Eure Rueckkehr…und danken Euch dafuer, dass wir so grossen Einblick in das Leben der Ticos bekommen haben. Leben ohne materielle Werte – und teilen was man besitzt- und dabei noch gluecklich und zufrieden sein…
    Diese Menschen haben meine tiefste Bewunderung!..ich glaube, wir alle -in Europa- koennen sehr viel von diesen Menschen lernen.

    Wir schicken Euch eine waermende, innige Umarmung und ein herzliches Willkommen! Eure Ingeborg und Wolfgang

  5. Ulrike Schneck sagt:

    Hallo Ihr Zwei,
    was für eine traumhaft schöne Zusammenfassung, eine regelrechte Liebeserklärung an die Menschen und das Land. Hat uns sehr beeindruckt, vielen Dank!
    Herzlich Willkommen Zuhause und wir freuen uns, Euch bald wieder zu sehen!
    Eure Ulrike und Uli

  6. Anke und Friedhelm sagt:

    Hallo Ihr Lieben,
    das war ja ein toller Abschiedsbericht. Man merkt, daß es Euch schwerfällt, aber Ihr Euch auch auf die neuen schönen Dinge und Herausforderungen zu Hause freut. Seid herzlich willkommen, fühlt Euch ganz lieb umarmt und bis zum nächsten Wiedersehen, dickes Bussi
    Eure Anke und Friedhelm

  7. Greta und Fritzi sagt:

    Geliebtes Schwesterherz,
    lieber Gerd,

    wir danken Euch Lieben für:
    – traumhafte Bilder,
    – lehrreiche und hochinteressante Berichte, die uns Land und Leute näher gebracht haben
    und dass ihr uns an Eurem Leben in CR habt teilnehmen lassen! <3

    Nun auf zu neuen Abenteuern in "Old Germany"! 🙂
    Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen, laßt es Euch gut gehen und seid liebevoll umarmt.
    Dickes Küsschen
    Greta * und Fritzi

  8. Gise Renz sagt:

    Danke für die schöneBilder und Berichte , ich habe mich immer darüber gefreut, sie
    werden mir fehlen.
    Es ist schön, daß ihr wieder gesund zurück kommt, herzlich Wilkommen.
    Liebe Grüße Gise

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